Hitze & Hund verträgt sich nicht

Ein Parkplatz vor einem Supermarkt. Die Luft über den Autos flimmert vor Hitze. Das Thermometer zeigt 37 Grad im Schatten. Sommer in Deutschland.

Und in einem der Autos sitzt er. Ein Hund. Er hechelt, die Zunge hängt weit heraus und durch die Scheibe ist ein leises Winseln zu vernehmen.

In einem Auto kann es im Sommer innerhalb von zehn Minuten um zehn Grad heißer sein als draußen. Egal ob das Auto im Schatten steht oder nicht – es wird zur Hitzefalle, denn die Temperatur steigt immer weiter. Auch das Fenster einen Spalt offen zu lassen, hilft nichts, denn das bisschen Luft, das dort hinein gelangen kann, reicht nicht aus um die Hitze im Inneren erträglich zu machen. Hunde können nicht schwitzen, so wie wir. Daher steigt ihre Körpertemperatur viel schneller an und es wird lebensgefährlich. Schon „kurze“ 15 Minuten um schnell zwei-drei Sachen einzukaufen, sind zu lang.

Als Passant: Wenn ihr einen Hund bemerkt, der in einem Auto eingesperrt ist, macht euch erst mal ein Bild der Lage. Zeigt der Hund deutliche Anzeichen einer Überhitzung? Diese sind:

Starkes Hecheln; eine tiefrote Zunge; schnelle flache Atmung; Erbrechen; Erschöpfung; apathisches Verhalten – reagiert nicht auf Ansprache; ist er evtl. schon bewusstlos?

Wenn ja, heißt es schnell handeln! Lasst einen weiteren Passanten nach Möglichkeit die Situation mit dem Handy festhalten und haltet Ausschau nach dem Besitzer. Aber wartet nicht zu lang. Ruft die Polizei an und teilt ihnen mit, was ihr vor euch habt und dass ihr nun die Scheibe einschlagen wollt um das Tier zu retten. Wickelt ein Stück Stoff um eure Faust oder sucht einen großen Stein und schlagt das am weitesten vom Hund entfernte Fenster ein. Holt den Hund aus dem Auto, legt ihn in den Schatten und gebt ihm zu trinken. Legt ihm wenn möglich eine nasse Decke auf den Körper, bleibt bei ihm und beobachtet seine Vitalfunktionen bis die Polizei eintrifft.

Als Hundebesitzer: Lasst euren Hund bei solch heißen Temperaturen einfach zuhause. Er wird es euch danken. Morgens und Abends wenn die Sonne nicht mehr vom Himmel brennt, macht auch euch ein Spaziergang mehr Spaß. Wenn ihr mit eurem Hund unterwegs seid, achtet darauf, genug Wasser dabei zu haben und am besten noch vor Anzeichen deutlicher Anstrengung ruhig und entspannt zurück zu gehen. Auch heiße Asphaltwege solltet ihr untertags meiden. Legt einfach euren Handrücken auf den Gehweg und ihr merkt schnell, wie heiß der Boden wirklich ist, über den euer Hund mit seinen blanken Pfoten laufen müsste. Ein schattiger Waldweg entlang eines Baches oder zu einem See, in dem euer Hund baden darf, wären hier optimal.

Und so ein eigenes Planschbecken im Garten erfreut sich meistens auch großem Zuspruch, viel Spaß und einer Menge nassem Hund ;D

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